Einige Antworten auf oft gestellte Fragen

Wann dürfen wir unser Kind besuchen, wie ist es möglich, mit ihm Kontakt zu halten?

Sie haben die Möglichkeit, Ihr Kind sonntags von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu besuchen. Natürlich dürfen Sie mit Ihrem Kind die Klinik verlassen. Die Mitarbeiter der Stationen sind Ihnen gerne behilflich, wenn Sie eine Übernachtungsmöglichkeit im Ort suchen. Wir bitten Sie, Ihren Besuch bis spätestens Donnerstagabend in der Station anzumelden, damit das Wochenendprogramm für die Kinder, die keinen Besuch erhalten, geplant werden kann. Sollten Sie bezüglich dieser Regelung andere Bedürfnisse haben, so besprechen Sie dies bitte mit der Stationstherapeutin / dem Stationstherapeuten ab (z.B. häufigere Besuche, längere Besuchszeiten etc.).

Neben den Wochenendbesuchen können Sie natürlich auch telefonisch und postalisch Kontakt zu Ihrem Kind halten. Post (Briefe und Pakete) werden jeden Werktag ausgegeben bzw. abgesendet. Pakete öffnen wir gemeinsam mit Ihrem Kind, zum einen, um eventuell geschickte Kleidung und Wertsachen in die entsprechenden Listen nachzutragen, zum anderen, um Süßigkeiten zu registrieren, die Ihr Kind natürlich nicht übermäßig, sondern eingeteilt, konsumieren sollte. Das Postgeheimnis bleibt gewahrt. Ihr Kind hat zu bestimmten, für jede Station einzeln festgelegten, Zeiten die Möglichkeit, mit Ihnen zu telefonieren, auch Sie können Ihr Kind anrufen (die „Telefonzeiten“ erfahren Sie am Aufnahmetag). Natürlich dürfen Sie Ihrem Kind auch ein Handy mitgeben. Dieses muss jedoch außerhalb der „Telefonzeiten“ im Stationsbüro verwahrt werden. Wir möchten damit einem unkontrollierten Handygebrauch (z.B. nachts) vorbeugen, um Störungen der Therapie zu vermeiden. Daher muss das Handy nach Gebrauch wieder abgegeben werden.

Ich möchte mich nach meinem Kind erkundigen.

Entsprechend den therapeutischen Notwendigkeiten wird der Therapeut / die Therapeutin Ihres Kindes Sie ggf. persönlich zu weiteren Gesprächen einladen. Jede Therapeutin / jeder Therapeut ist darüber hinaus telefonisch über die Verwaltung zu erreichen. Sollte er / sie einmal nicht sofort mit Ihnen sprechen können, hinterlassen Sie mögliche Zeiten für einen Rückruf. Auch die Stationsmitarbeitenden geben Ihnen natürlich gerne Auskunft, sind aber gehalten, bei spezifischen Fragen der Therapie auf den Therapeuten zu verweisen.

Bekommt mein Kind alles, was es braucht oder kommen Extrakosten auf uns zu?

Die Kosten für die Rehabilitationsbehandlung Ihres Kindes zahlt der jeweilige Rehabilitationsträger (Renten- und Sozialversicherung, Krankenkasse). Für die Erstattung der Fahrtkosten gibt es je nach Versicherungsträger unterschiedliche Regelungen. Fragen hierzu beantwortet Ihnen unsere Verwaltung (Telefon: 02921 - 96000) gerne. Die Zuzahlungen, die für die Erwachsenen gelten, entfallen im Kinder- und Jugendlichenbereich. Ihr Kind bekommt hier alles zur Verfügung gestellt (Therapiematerialien, Essen und Trinken). Dinge des persönlichen Bedarfs sind jedoch nicht im Vergütungssatz, der vom Kostenträger geleistet wird, enthalten.

Ihr Kind benötigt hierzu Taschengeld und Aktionsgeld. Für das Taschengeld schlagen wir einen altersgestaffelten Betrag vor (siehe unten).

Das Aktionsgeld (Betrag siehe unten) dient zur Kostendeckung von Ausflügen und Freizeitmaßnahmen, an denen Ihr Kind während seines Aufenthaltes teilnimmt. Die so genannten Aktionstage oder Aktionen dienen dazu, Ihrem Kind Einblicke in die Umgebung zu ermöglichen (z.B. Tropfsteinhöhlenbesuch, Besuch des Bergbaumuseums, Besuch des Naturschutzzentrums, Besuch des Wildparks etc.) und besondere Freizeitmaßnahmen (z.B. Kinobesuch, Besuch der Eishalle, Besuch des Freizeitbades etc.). Eintrittspreise und Fahrtkosten werden von diesem Geld bezahlt. Bei Aufnahme Ihres Kindes zahlen Sie dieses Geld auf ein Taschengeld- bzw. Aktionsgeldkonto ein. Das Taschengeld wird Ihrem Kind einmal wöchentlich ausgezahlt. Über die Ausgaben wird Buch geführt. Am Entlassungstag bekommen Sie eine Abrechnung.

Taschengeld (wöchentlich):   

6

-

7

Jahren

€ 2,50

8

-

10

Jahren

€ 3,00

10

-

14

Jahren

€ 4,00

ab

 

14

Jahren

€ 5,50

ab

 

16

Jahren

€ 8,00

Aktionsgeld: € 13,00 / Woche

Schule: € 2,00 / einmalig

Mein Kind erhält Medikamente.

Im Rehabilitationswesen ist es üblich, dass Patienten, die bereits vor der Rehabilitationsmaßnahme regelmäßig Medikamente einnehmen, diese auch für die Zeit der stationären Rehabilitationsmaßnahme von ihrem Hausarzt weiter verordnet bekommen. Sollte also ihr Kind bestimmte Medikamente einnehmen, so besprechen Sie dies mit Ihrem Hausarzt und bitten Sie, eine ausreichende Menge für die Dauer der Rehabilitationsmaßnahme zu rezeptieren. Sollten hierzu Unklarheiten bestehen oder weitere Fragen auftauchen, so wenden Sie sich bitte an unseren leitenden Arzt, Herrn Dr. Kaminski bzw. an unsere Oberärztin, Frau Mollenhauer (Telefon: 02921 - 960015).

Ist die ärztliche Versorgung meines Kindes gewährleistet?

In der Kinderfachklinik Bad Sassendorf arbeiten Ärzte und Ärztinnen der Fachrichtungen Kinder- und Jugendpsychiatrie und Kinder- und Jugendmedizin. Die ärztliche Betreuung Ihres Kindes ist somit gewährleistet. Zu den üblichen Zeiten ist immer eine ärztliche Präsenz gegeben, darüber hinaus besteht in den Abend- und Nachtstunden sowie an den Wochenenden und an Feiertagen ein ärztlicher Bereitschaftsdienst. Für darüber hinausgehende fachärztliche Behandlung (z.B. Augenheilkunde, Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Gynäkologie etc.), nehmen wir die Dienste der in Bad Sassendorf bzw. Soest niedergelassenen Ärzte in Anspruch. Bitte denken Sie daran, dass wir die Krankenversicherungskarte, den Impfausweis ggf. einen Allergiepass und weitere ärztliche Unterlagen benötigen, diese erhalten sie natürlich bei der Entlassung Ihres Kindes zurück. 

Mein Kind wird während der Rehabilitationsmaßnahme krank.

Natürlich kann es immer wieder mal vorkommen, dass Kinder während der Rehabilitationsmaßnahme krank werden. Erkältungskrankheiten können häufiger auftreten, auch kommt es manchmal bei den vielfältigen sportlichen Betätigungen zu kleinen Verletzungen.

Bei Bagatellerkrankungen (z.B. unkomplizierter Schnupfen und Husten, Prellungen) müssen Sie sicherlich nicht unmittelbar informiert werden. Sollten jedoch, was nicht zu hoffen ist, schwerwiegende Erkrankungen oder Verletzungen auftreten, werden Sie natürlich umgehend durch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Ärzte informiert. Auch bei medikamentösen Therapien, die über Bagatellmedikamente (z.B. Hustensäfte, Kopfschmerztabletten, Sportsalben etc.) hinausgehen, werden Sie informiert bzw. werden diese mit Ihnen abgesprochen.

Mein Kind hat Heimweh.

Die meisten Kinder und Jugendlichen, die zu uns in die Rehabilitationsbehandlung kommen, sind das erste Mal für längere Zeit ohne ihre Eltern von zu Hause weg. Es ist daher ganz normal und natürlich, dass Heimweh auftritt. Neben dem Abschied kommen sicherlich auch Ängste vor der neuen ungewohnten Umgebung zum Tragen, Ängste auch vor den Erwachsenen und den anderen Kindern, mit denen Ihr Kind in der nächsten Zeit zusammen sein wird. Dies sind ganz natürliche Reaktionen. Aber auch Ihnen, verehrte Eltern, wird es sicherlich schwer fallen, Ihr Kind in „fremde Hände“ zu geben. Sie können versichert sein, dass unsere Betreuer im Umgang mit Heimweh erfahren sind und Ihr Kind mit diesen Gefühlen nicht alleine lassen. Gleichwohl ist es auch für Kinder eine wichtige Erfahrung, unabhängig von ihren Eltern, Probleme und Konflikte meistern zu können, sich auch in einer unbekannten Umgebung zurecht zu finden. Alleine die Rückmeldung, dass Ihr Kind dieses geschafft hat, kann es sehr gut selbstwertstärkend verarbeiten. Es erlebt dies oft als große Leistung. Heimweh führt in den ersten Tagen dazu, dass die Kinder oft ihre Umgebung, die Mitmenschen und auch alles andere sehr viel negativer sehen, als es sich später darstellt. Wir erleben immer wieder, dass die Kinder zunächst auch versuchen, ihre Eltern durch besonders düstere Schilderungen der hiesigen Gegebenheiten dazu zu bewegen, die Rehabilitationsmaßnahme frühzeitig zu beenden. Gleichwohl halten wir es aber nicht für sinnvoll, aus diesen Gründen, in der ersten Zeit den direkten Kontakt zwischen Kind und Eltern einzuschränken. Auch in dem Wissen, dass manche Kinder, vor allem in den ersten Tagen, Schwierigkeiten haben, das Positive unserer Einrichtung zu sehen, halten wir es für wichtig, dass sie mit ihren Eltern zu den üblichen Telefonsprechzeiten Kontakt halten dürfen und auch Briefe schreiben dürfen. Ihnen, verehrte Eltern, empfehlen wir, Ihr Kind durch positive Äußerungen zu unterstützen, es zum Beispiel immer wieder zu fragen: „Was hast Du heute erlebt?“, „Mit welchen Kindern hast Du Dich getroffen?“, „Welche Namen kennst Du schon“ etc.). Wichtig ist auch, dass das Kind spürt, dass Sie ihm die Notwendigkeit der jetzigen Rehabilitationsmaßnahme zu seiner Heilung mitteilen. Natürlich können auch Ihnen Zweifel kommen, ob Sie für Ihr Kind das richtige mit der Rehabilitationsmaßnahme getan haben, wenn es zum Beispiel am Telefon oder bei Besuchen weint, Ihnen vorwirft, es abgeschoben zu haben etc.

Wir möchten Ihnen anbieten, sich in diesem Fall, umgehend mit der für Ihr Kind zuständigen Therapeutin oder den Betreuern in Verbindung zu setzen, um hierüber zu sprechen. Unsere langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass die Kinder, sobald sie sich mit dem Alltag der Klinik vertraut gemacht haben, sobald sie die anderen Kinder besser kennen gelernt haben und auch erfahren haben, dass ihnen hier „nichts Schlimmes“ passiert, von ihrem Heimweh abgelenkt sind und sich sehr positiv auf neue Erfahrungen einlassen. Dies bedeutet nicht, dass der Gedanke an zu Hause nicht auch hin und wieder zu Heimweh führen kann, dass dies aber überwunden werden kann und die Kinder schon nach kurzer Zeit nicht mehr beeinträchtigt.